Mittwoch, September 08, 2010
   
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e-zigarette: gefahren und risiken

e-zigarette-gefahren-risikenFür e-Raucher, also jene, die der Tabakzigarette („Pyro") abgeschworen haben und nun im Tabakwunderland dampfen, ist die e-Zigarette die gültige Alternative zum Rauchen. Sie – die elektrische Zigarette – liefert die Droge – Nikotin – ohne das Verbrennungsprodukt Tabakrauch. Sie gilt den „Dampfern" deswegen als das „preiswertere, gesündere, harmlosere Rauchvergnügen".
Doch ist die Elektrische wirklich so harmlos? Wo liegen Nachteile, Gefahren und Risiken? Was kann gegen sie eingewandt werden?

Nikotin

Da die e-Zigarette als Alternative zur „normalen" Zigarette gedacht ist, gibt sie Nikotin ab. Somit bestehen natürlich weiterhin alle Risiken, die mit Nikotinmißbrauch in Verbindung gebracht werden. Zu nennen sind hier Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Thrombosenbildung, Raucherbein), Potenzprobleme, u.a. (Nikotin ♦). Jedoch ist unklar, inwieweit Nikotin diese alleine verursacht. „Während das Nikotin in erster Linie für die Suchterzeugung verantwortlich ist, werden die eigentlichen Gesundheitsschäden vornehmlich durch die zahlreichen anderen Schadstoffe verursacht, von denen etliche nachweislich krebserzeugend sind, zu besonderen Gefährdungen in der Schwangerschaft führen und auf die Gefäße wirken." (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Die Sucht und ihre Stoffe ♦)

Nikotin selbst ist „sehr giftig" (LD50), die tödliche Dosis wird mit einem Milligramm pro Kilo Körpergewicht angegeben. Die e-Zigarette kommt mit Nikotinpatronen (Depots) daher, die Propylenglycol ♦, Aromastoffe und Nikotin in unterschiedlicher Stärke enthalten (0-18mg/ml). Als Aromen werden neben „Tabak" z.B. durchaus auch „Banane" oder „Schoko" angeboten. Hier finden sich mehrere ernst zu nehmende Risiken:

Fehlende Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle

Die zumeist in China hergestellten E-Liquids (Nachfüllflüssigkeit) unterliegen weder einer Qualitätssicherung noch einer Qualitätskontrolle. Das Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg (LASV Brandenburg) hat in Testkäufen lediglich bei einer einzigen Nikotinpatrone (Depot) die angegebene Menge an Nikotin nachweisen können. Bei allen anderen Stichproben wich der Anteil an Nikotin sowohl nach oben als auch nach unten ab. So liegt es klar im Bereich des Möglichen, dass der Verbraucher erheblich mehr oder weniger Nikotin als angenommen konsumiert. Auch ist eine Verunreinigung durch Viren, Bakterien, Schwermetalle, Pestizide u.a. nicht auszuschließen. Im Sinne und zum Schutze des Verbrauchers ist eine entsprechende Regulierung überaus wünschenswert. Bis dahin kann nur durch sorgfältige Auswahl von Händlern mit eigener, freiwilliger Kontrolle das Risiko minimiert werden.

Gebindegröße

Die E-Liquids („Juices") sind auch zum Nachfüllen in Größen von 5 – 200 ml (!) pro Flasche erhältlich. Nikotin selbst gilt als Gefahrstoff ♦, denn es kann „in sehr geringer Menge bei Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen oder akute oder chronische Gesundheitsschäden verursachen". Dies und die Verfügbarkeit von Aromastoffen wie „Banane" und „Schokolade" machen es zwingend erforderlich, die E-Liquids sicher und verschlossen aufzubewahren – nicht nur aber vor allem, wenn Kinder im Haushalt sind.

Gesundheitliche Folgen

Dies ist ein schwerwiegender Einwand. Es gibt keinerlei gesicherte Untersuchungen über die mittel- und langfristigen Folgen der Benutzung der e-Zigarette. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar, in welcher Weise Nikotin, Propandiol, Aromastoffe nebst gesamter Apparatur bei Temperaturen um die 600° Celsius auf die menschliche Gesundheit wirken. Allerdings wissen wir mittlerweile genau, dass die „normale" Zigarette für den Tod von 110.000 bis 140.000 Menschen pro Jahr in Deutschland verantwortlich ist. Trotzdem sind Verkauf, Besitz und Konsum dieser Zigaretten legal und sie sind problemlos erhältlich.

Hält Raucher vom Aufhören ab

Zum Nikotinentzug bereite Raucher könnten in ihrem Entschluss geschwächt werden und „lediglich" auf die e-Zigarette umsteigen. Angesichts der langfristigen „Erfolgs"quote von 5% bei der Raucherentwöhnung sicherlich kein folgenschwerer Einwand. Was denn Raucher tatsächlich vom „Rauchstoppversuch" abhält, sind jahrzehntelange Forschungen der Tabakindustrie zur Suchtverstärkung ihrer Tod bringenden Produkte. (Tabak: tödlich in jeder Form ♦)

Anschaffungspreis

Ohne Zweifel verlangt die e-Zigarette eine hohe Anfangsinvestition. Aber zum einen ist diese Ausgabe durch die Ersparnis im Vergleich zur Tabakzigarette schnell „wieder drin", und zum anderen stellt genau dies sicher, dass der Erwerb für Kinder und Jugendliche sehr schwierig ist. Die elektronische Zigarette ist kein Taschengeldartikel.

Verharmlost das Rauchen für Kinder und Jugendliche

Alles neue, trendige, technische Gerät übt eine Faszination auf unseren Nachwuchs aus. Der Wunsch, hier an erster Stelle mitzumachen, sich vor Gleichaltrigen abzuheben und die z.Z. noch völlig unbelegte Behauptung, e-Rauchen könne womöglich sicherer oder gesünder sein, erhöhen möglicherweise die Attraktivität für Kinder und Jugendliche.

Dem stehen in der Praxis der hohe Anschaffungspreis für e-Zigaretten und in der Theorie das Jugendschutzgesetz entgegen, das den Verkauf von Tabakwaren an Jugendliche unter 18 Jahren verbietet.

Insgesamt ist dieser Einwand allerdings schwach, wenn nicht sogar heuchlerisch, denn bundesweit beginnen die Zwerge mit dem Rauchen von „echten" Zigaretten durchschnittlich im Alter von 13,5 Jahren, in Berlin sogar schon mit 11,6 Jahren. Tommie Sandefuhr, Geschäftsführer des Tabakkonzerns Brown & Williamson formulierte das Anfang der 90er Jahre so: „Wir müssen sie jung an den Haken kriegen und dann ein Leben lang. ♦"

Herstellungsbedingungen

Das chinesische Wirtschaftswunder entsteht auf dem Rücken eines Heeres von nunmehr 200 Millionen Wanderarbeitern. Diese arbeiten zwischen zwölf und vierzehn Stunden täglich, sieben Tage die Woche und haben einen Tag im Monat frei. Der Arbeitslohn liegt bei 60 bis 70 Euro pro Monat, die Lebenshaltungskosten bei 80 Euro/Monat (Spiegel ♦) Allerdings betrifft dieser Einwand natürlich alle aus China importierten Produkte und eine Überleben ohne „Made in China ♦"  ist eine Aufgabe, die Zeit, Ausdauer und Überzeugung verlangt.

Kommentare (4)
  • werner-hh  - elektro-smo(g)ke

    Ich sehe das Risiko, über erhöhte Nikotinaufnahme mit der e-Zigarette erst richtig süchtig zu werden.
    Der Tip des Verkäüfers war sehr unrealistisch: Sie müssen die Züge zählen und dann berechnen, wieviel Nikotin sie aufnehmen.

    Für jede Arznei oder Tee aus China fordern wir genaue Inhaltsangabe der Beimengungen. Und hier glauben wir, die Lösung gefunden zu haben.

    Ich habe ein "e-smoker-set" gekauft und bin nicht sicher, ob ich es noch weiter benutze.

    w-hh

  • ob.l.x

    hallo werner
    also solltensie/du tabackraucher sein, kann ich die angst nehmen. tabackzigaretten sind definitiv nicht sicherer. ich dampfe seit einigen monaten. und habe keine ges. verschlechterung bemerken können, eher eine verbesserung. ich nutze low liquids, dadurch hab ich kein problem, falls doch mal zu viel niko im liquid ist! ich denke das die medien die gefahren eher zu hoch einschätzen, aber das ist lediglich meine meinung
    gruss
    Ob.l.x

  • v

    Wie schnell - wenn überhaupt wird das Propandiol eigentlich in der Lunge abgebaut, gibt es darüber irgendwelche Erkenntnisse?

  • Tombadil  - Das ist Teil des Problems

    :dry: Leider ist über die e-Zigarette an soliden wissenschaftlichen Untersuchungen wenig bekannt.

    Ein "heißes" Thema ist durchaus, wie sich die auf den ersten Blick harmlosen Bestandteile unter Erhitzung verhalten - so das Propylenglycol (Propandiol).

    - Es wird in den Nebelmaschinen unserer Diskotheken verwendet, allerdings bei Raumtemperatur.

    - Es ist als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.

    - Es wird auch als Tabakzusatzstoff in der herkömmlichen Zigarette verwendet und dort bei extrem hohen Temperaturen verbrannt.

    Alles in allem ist es fair zu sagen, dass die e-Zigarette die bessere Alternative für diejenigen ist, die nicht mit dem Rauchen aufhören wollen.

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